Einer für den Morgen

20 Januar 2009 von Wolfgang Dudda Kommentieren »

Für das Kabarettprojekt, an dem ich zusammen mit Bernd Soffner und anderen arbeite, habe ich eine deutsche Übersetzung für das Stück “Sixteen Tons” geschrieben. Die soll eine Figur unseres Stückes, ein Maurer, der erhebliche Schwierigkeiten mit der Globalisierung hat, singen unterstützt vom ganzen Ensemble. Weil Osteuropäer seinen Job viel billiger erledigen, sieht sich der Maurer gezwungen, nach Dänemark auszuwandern, wo man ihm als fast Fünfzigjährigem anders als hier noch eine Chance gibt. Die dreißig Jahre in seiner Firma landen auf dem Müll seiner Arbeitsbiographie, was er dann so kommentiert:

Du machst Dich krumm und fragst Dich wofür

Nach dreißig Jahren zeigt der Chef Dir die Tür

Dreißig Jahre hat der Firma gehört

was heut´ nur noch als zu teuer stört.

Und seinem Frust macht er dann zum Ende des Liedes so Luft, dass einem Angst und Bange werden kann/soll:

Komm´ mir nicht näher, weil sonst mach´ ich Dich platt

Ich hab´ so viel Wut, dafür töte ich glatt

Die Linke aus Mörtel, die Rechte aus Stein

Eine von beiden wird die richtige sein.

Eric Burdon, der Mann, der sogar das Telefonbuch von San Francisco  spannend vortragen könnte, hat das wohl bekannteste Lied der amerikanischen Arbeiterbewegung bereits 1990 wunderbar gesungen, wie die folgenden knapp vier Minuten zeigen:

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