Beiträge getagged ‘Wahnsinn’

So geht es nicht!

2 Mai 2010

Das, was auf diesem Video zu sehen ist, geht nicht und ist unerträglich:

Darüber muss man keine Sekunde diskutieren. Ein Aufrechnen mit dem, was seitens des Schwarzen Blocks veranstaltet wurde, verbietet sich gleichfalls als “Rechtfertigung”. Dieser Vorgang muss -- auch um der Glaubwürdigkeit polizeilichen Handelns willen -  aufgeklärt werden.

Die Straftaten derer, die den 1. Mai alljährlich quasi als Existenznachweis missbrauchen, müssen allerdings auch klar angesprochen werden, wenn man den 1. Mai in Berlin vollständig abarbeiten will. Dazu gehört für mich auch das Verhalten des Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Thierse, der zu den Blockierern gehörte, die gestern verhinderten, dass die Nazis ihrerseits den 1. Mai für ihre widerlichen Zwecke missbrauchen konnten. Hätten der Herr Thierse und seine KollegInnen im Deutschen Bundestag und in den Länderparlamenten ihre Hausaufgaben gemacht, wäre es überhaupt nicht nötig, zu blockieren. Die Nazis, ob sie nun unter dem Dach der DVU, der NPD oder irgendwelcher Kameradschaften versammelt sind, gehören als Verfassungsfeinde ohne Wenn und Aber sofort verboten! Insofern halte ich das Verhalten des Herrn Thierse also für Populismus.

Dass die Nazis gestern lediglich 800 Metern in Mäuseschritten gehen konnten, war gut. Dass die gezeigte Zivilcourage jetzt allerdings durch die Berichterstattung über die Vorgänge danach in den Hintergrund tritt, ist sehr, sehr schade und diskreditiert den dabei gezeigten Mut leider auch, weil er fälschlicherweise mit der Randale danach verbunden wird.

Der 1. Mai ist seit 1890 eigentlich der Tag der ArbeitnehmerInnen und der Gewerkschaften und nicht der Tag für Bürgerkriegsrituale in Kreuzberg oder Neukölln. Daran muss ich als Gewerkschafter erinnern dürfen. Meine KollegInnen  und ich gehen am 1. Mai lieber auf die Straße, um als Teil des DGB für die Interessen der Menschen Flagge zeigen, als den Hunderten von Überstunden weitere hinzufügen zu müssen. Mit der polizeilichen Ethik beschäftigen wir uns nachweislich auch gewerkschaftlich. Auf unserem Delegiertentag vor wenigen Tagen in Bamberg hat der Vortrag von Professor Dr. Gerhard Kruip „Die Würde des Menschen achten und schützen -- Ethische Orientierungen für den Polizeidienst” als Mahnung, Anregung und Diskussionsgrundlage gewirkt (als pdf hier downzuloaden).

Dass der Kampf um die Straße scheinbar wichtiger geworden ist als der um die richtige Meinung und die richtige Politik, muss die Parteien und Abgeordneten beschäftigen. Das von ihnen erzeugte Vakuum verlagert den Diskurs aus den Köpfen auf die Pflastersteine. Wer das Gefühl hat, mit seinen Wünschen und Lebensentwürfen vom Staat ernst genommen zu werden, nutzt den 1. Mai so, wie er gemeint ist. Wer innerlich emigriert ist, nutzt ihn so wie die Leute, die Gewalt gegen Menschen und Sachen anwenden. Dieses Phänomen kann die Polizei jedoch nie einer Lösung zuführen. Wer das ernsthaft erwägt, der baut auch die kleine rote Lampe aus, die anzeigt, dass zu wenig Öl im Motor des Autos ist, anstatt sich ums Öl selbst zu kümmern.

Poppen, Kloppen und nun auch noch Drogenhandel

21 April 2010

Hatte das Ding heute am frühen Morgen schon getwittert und will es nun den anderen nicht vorenthalten:

Poppen, Kloppen und jetzt auch noch Drogenhandel. Expansion d... on Twitpic

Dagegen wirkt doch eine der zentralen Forderungen der Piratenpartei geradezu harmlos, oder?

Wobei es für einen Wahlerfolg der Piratenpartei in NRW sowieso nicht mehr auf die inhaltliche oder graphische Qualität der eigenen Plakate ankommt, seitdem wir alle uns dieses herrliche Werbevideo der CDU anschauen dürfen:

Irgendein Twitterer hatte gestern danach gefragt, ob er deswegen von der CDU eine neue Tischplatte einfordern könnte …

Der Presserat ist auch nicht mehr das, was er mal war

17 März 2010

Am Tag nach der Bundestagswahl veröffentlichten die “Kieler Nachrichten” die Wahlergebnisse und brachten dabei meine mathematische Logik durcheinander. Statt der Ergebnisse der Piratenpartei, die deutlich mehr Stimmen bekam als die NPD, wurden eben die Ergebnisse der NPD veröffentlicht. Natürlich habe ich sofort bei den “Kieler Nachrichten” nachgefragt, um zu erfahren, welche seltsame Begründung oder welcher menschliche Fehler dahinter steckt. Meine schlichte Anfrage überforderte die Redaktion jedoch offensichtlich. Eine Antwort erhielt ich (immerhin Abonnent) nicht. So schrieb ich deswegen also den Presserat an, der mir heute (nach 5 1/2 Monaten) antwortete. Und diese Antwort hat es so sehr in sich, dass ich sie Euch keinesfalls schuldig bleiben möchte:

Presserat zu NPD-Wahlergebnissen statt Piratenparteiergebnissen in den “Kieler Nachrichten”

Man könnte ja noch gutwillig über die abstruse Begründung hinweg sehen, wenn es nicht so gewesen wäre, dass die “FREIEN WÄHLER” noch weniger Stimmen hatten, dafür aber Erwähnung auf den Seiten der “Kieler Nachrichten” fanden. Und wenn die angeführte Begründung tatsächlich auch die der “Kieler Nachrichten” war, warum, bitteschön, konnten mir die Redakteure diese Antwort nicht selbst geben?

Auf Eure Kommentare dazu bin ich dieses Mal natürlich besonders gespannt!

Highlight der Woche

27 Februar 2010

Mein Highlight dieser Woche ist ohne Frage der geniale Auftritt von Volker Pispers in “Neues aus der Anstalt”. Warum soll man doch noch bloggen?

Fünf Prozent müssen sein, denn …

3 Februar 2010

… wir haben kein Geld in der Schweiz oder Liechtenstein! So oder so ähnlich skandieren derzeit die Leute aus dem öffentlichen Dienst, die sich für ihre berechtigten Tarifforderungen einsetzen.

Und wie nötig eine Gehaltsaufbesserung im öffentlichen Dienst ist, wird deutlich anhand des tragischen Falls der Landtagspräsidentin von Nordrhein-Westfalen. Wie nicht nur beim Kölner Stadtanzeiger nachzulesen ist, hat Landtagspräsidentin Regina van Dinther ihrer Partei, der CDU, nämlich sieben Jahre lang keinen Beitrag gezahlt. Erst als sie massivst gemahnt wurde, hat sie im September 2009 ihre Parteischulden beglichen.

Nicht einmal die 15.000,- € Extrageld, die sie für die Teilnahme an einer (!!!) Aufsichtsratssitzung der RAG erhielt konnten die grausame Not lindern, die Regina von Dinther aufgrund der jämmerlichen Einkünfte als Landtagspräsidentin täglich erlebte.

Man reiche mir eine Amphore für die Tränen aus meinem linken Auge!

Stoppt Elena!

25 Januar 2010

Piraten wissen natürlich, was mit ELENA gemeint ist. Und sie machen aus guten Gründen mobil dagegen. Das tun sie vielfältig und beispielsweise auf dieser Seite hier: STOPPT ELENA

Soeben kam über TWITTER diese Grafik herein, die sich gut eignet, um auf den eigenen Seiten Position zu beziehen:

Wenn wir Piraten nicht drüber reden, wird es kein anderer tun. Deshalb macht mit beim Kampf gegen ELENA!

Bilder sagen mehr als Worte

20 Januar 2010

Nicht wirklich neu ist für mich die Erkenntnis, die man aufgrund der TED-Umfrage von KABEL EINS gewinnen kann:

Das ist doch mal ein heftiger Wert, oder?

Von Gesetzgebungsprämien, die früher Parteispenden hießen

19 Januar 2010

Hätten Freiheits- und Bürgerrechtler Geld, dann könnten sie sich eine Parteispende leisten und schwuppdiwupp wäre zum Beispiel das Zensurgesetz Geschichte und nicht nur für ein Jahr ausgesetzt, wie es der Kollisions(Koalitions)vertrag vorsieht. Hätten Arbeitnehmer nicht mehr damit zu tun, sich und ihre Familien irgendwie über Wasser zu halten, und stattdessen ein paar Euros übrig zur “Pflege der politischen Landschaft”, so gäbe es ELENA in der uns bekannten üblen Form wohl auch nicht.

Weil es jedoch anders ist und unsere Welt mittlerweile völlig schmerzrresistent geworden ist, so weit es um Politik und Moral geht, erzeugt die Käuflichkeit von Steuernachlässen nicht viel mehr als bitteres Lachen und morgen geht man zur Tagesordnung über. Schon in wenigen Wochen wird kaum jemand noch von dem Skandal reden. Darauf bauen die FDP und auch die CSU, die gleichfalls eine Gesetzgebungsprämie von der Substantia AG erhalten hat. Sich damit heraus zu reden, dass die “verzweifelte SPD” vor der Abwrackprämiengesetzgebung Spenden von der Automobilindustrie erhalten habe und niemand ernsthaft seinerzeit die Käuflichkeit von Politik in den Raum gestellt habe, greift nicht, weil eben auch die FDP solche Spenden beispielsweise von der BMW AG erhalten hat.

CDU/CSU, SPD und FDP wurden von der BMW AG kostenlos Fahrzeuge überlassen (so etwas nannte man früher “Product Placement”). Der FDP wurde diese kostenlose Überlassung mit 54 042,58 Euro als Parteispende zugerechnet, wie sich aus der Drucksache 16/12368 des Deutschen Bundestages vom 20. März 2009 ergibt.

Der SPIEGEL berichtet also über die Käuflichkeit von Politik durch Parteispenden. Die SPD sattelt moralisch darauf und empört sich. Guido Westerwelle und Co. nennen den Vorwurf absurd. Fertich aus!

Deswegen können wir Parteispenden also getrost als “Gesetzgebungsprämien” bezeichnen und künftig sehr genau prognostizieren, welche Gesetze verabschiedet werden. Man muss sich dazu nur die regelmäßigen Spendenberichte des Deutschen Bundestages anschauen, diese mit den anstehenden Wahlterminen abgleichen und weiß dann wohl, was auf uns zukommt. Dagegen erscheint das Gebaren einer Bananenrepublik vergleichsweise so etwas wie ein Volkshochschulkurs für Demokratie zu sein.

Right place, wrong time!

23 Dezember 2009

Am 24./25. April 2010 soll der nächste Bundesparteitag der Piratenpartei in Augsburg stattfinden. Die Location ist hervorragend, der Termin eine Katastrophe für die im Wahlkampf befindlichen Piraten in Nordrhein-Westfalen.

Wer sich diesen Termin ausgedacht hat, der möchte wahrscheinlich auch nicht mehr als zwei Prozent bei der Landtagswahl erreichen. Zwei Wochen vor dieser Wahl, also in der heißesten Phase des Wahlkampfes, sollen sich die NRW-Piraten mal kurz aus dem Wahlkampf verabschieden und sich auf nach Augsburg machen. Nur mal so zur Erinnerung: Die anderen Parteien haben allesamt ihren Bundesparteitag im zurück liegenden Jahr im Mai, also gut vier Monate vor der Bundestagswahl, gemacht. Aber die sind ja auch alle doof und haben es deswegen auch in die Parlamente geschafft. Genau das scheint der Bundesvorstand der Piratenpartei wohl nicht zu wollen.

Nicht nur ich werde den Piraten in NRW auf deren Einladung hin eine Woche in der heißen Wahlkampfphase lang körperlich vor Ort im Wahlkampf helfen. Das machen auch viele andere Piraten. Das Engagement der NRW-Piraten und ihrer Helfer wird durch den so terminierten Bundesparteitag ad absurdum geführt.

Die ausgesuchte Location mit ihren gedanklichen Ansätzen in der Abmahn- und Twitterverbotstadt Augsburg ist absolut in Ordnung. Keine Frage. Dort kann allerdings nur ein Bundesvorstand gewählt werden ohne die Stimmen der NRW-Piraten und eben auch ihrer Wahlkampfhelfer. Das jedoch öffnet Verschwörungstheoretikern alle Türen. Wie soll, bitteschön, ein Bundesvorstand glaubwürdig ein Jahr lang agieren, der eine derartig schlechte Legitimation vorzuweisen hat?

Mit diesem Beschluss stellt man die Piraten völlig unnötig vor eine absolut vermeidbare Zerreißprobe.

Wenn das wahr ist …

19 Dezember 2009

… was mir da als Dokument zugespielt wurde, wirft das ein weiteres sehr negatives Licht auf die Veranstaltung in Kopenhagen, zu der am besten dieser Tweet hier passt:

@bernderk : In Kopenhagen läufts super:Man hat sich für 2025 auf nen Folgetermin in New York geeinigt der dann vermutlich ins Wasser fällt.



Protest Kopenhagen

(Nachtrag: Und es ist wahr! Das ZDF veröffentlicht diesen Brief in seinem Internetangebot hier ganz unten!)

Neues von Professor Selenz

15 Dezember 2009

Soeben erreichte mich per Mail dieser Kommentar von Prof. Hans-Joachim Selenz, der sich dieses Mal mit den Machenschaften rund um die neue “Bad Bank” in NRW beschäftigt:

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Bundes Bad Bank – WestLB

Der staatliche Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) hat erstmals eine “Bad Bank” installiert. Und zwar für die WestLB, die Bank des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Die WestLB befindet sich seit Jahrzehnten in schwerster Schieflage (“Die WestLB: Öffentlich-rechtliche Kriminalität“). Nun will man 85 Mrd. Euro ausgliedern, um heiße Luft aus der Bilanz abzulassen. Das kommt nicht wirklich überraschend. Schon vor einem Jahr sprachen Insider von großen Löchern in der WestLB-Bilanz. Deren Volumen bezifferte man auf bis zu 100 Mrd. Euro.

In Cassel´s German-English/English-German-Dictionary findet sich der Begriff Bad Bank – noch – nicht. Das Wörterbuch übersetzt „bad“ mit schlecht, schlimm oder böse. So ganz toll kann eine Bad Bank folglich nicht sein. Warum gründet man dennoch eine derartige Böse Bank? Sollte man zudem nicht erst einmal klären, ob es eine Bad Bank vielleicht schon gibt? Schlechte bzw. böse Bankgeschäfte haben bekanntlich einige deutsche Banken durchgeführt. Allen voran unsere Landesbanken. Denken wir nur an die NORD LB (Polit-Finanz-Sumpf NordLB“), die HSH Nordbank, die LB Baden-Württemberg oder die Bayern LB. Leuchtendes Vorbild für all diese mehr oder weniger bösen Banken ist indes die WestLB („Die WestLB Polit-Justiz-Geschwür“).

Die WestLB hat eine lange Tradition in übelsten Bankgeschäften. Friedel Neuber, ihr legendärer früherer Chef, verbrannte zweistellige Milliarden-Beträge. In DM und später in Euro („Friedel Neuber – ein Nachruf“). Das Land zahlte. Als „Gangster in Nadelstreifen“ titulierte ihn die Süd-deutsche Zeitung bereits am 23. Januar 2003. LTU, Preussag/TUI oder Babcock Borsig sind nur einige der Mrd.-Löcher der WestLB. Probleme gab es indes nie. Die WestLB hatte blendend vor-gesorgt. Justiz- und Finanz-Häuptlinge hatte man bezirzt. Mit Luxus-Trips auf dem Rhein und Festen auf Schloss Krickenbeck. Die wichtigen Politiker hatte man ebenfalls für sich gewonnen. Allen voran NRW-MP Johannes Rau. Der nutzte für sein Leben gern den Flugdienst der WestLB. Die Firma PJC. Raus Flüge wurden von der Staatskanzlei direkt bei PJC bestellt. PJC rechnete dann auch mit Sekretärin Hedda Höbig ab. Die Rechnung bezahlte am Ende Raus Landesbank.

Der Jet hatte die Kennung D-CLAN – Nomen est Omen. Er gehörte Peter Wichmann. Der hatte auch eine Ausbildung als Fotograph. Was sich in der Luft abspielte, dokumentierte Wichman heimlich. Die dabei entstandenen Bilder befand der SPIEGEL (7/2000) als „unter SPIEGEL-Niveau“. Auf jeden Fall waren sie beeindruckend. Friedel Neuber, der die Flüge bezahlte, bekam daher nie ernsthaft Ärger mit der Justiz. „Auch das erinnert an Mafia“, urteilte der SPIEGEL. Deutsche Staatsanwälte sind bekanntlich politisch weisungsgebunden. Sie wissen genau, was zu untersuchen ist und was nicht. Auch hochrangige Persönlichkeiten der anderen großen deutschen Partei nutzten den Flug-Service. Zum Beispiel der Präsident des Sparkassen- und Giro-Verbandes – Köhler. Dessen Telefon-Nummer trug Neuber stets bei sich. Damit war der Polit-Schutz perfekt. Und zwar gegen wirklich substanzielle Justiz-Nachstellungen. Sogar die Politiker in den neuen Bundesländern umsorgte die WestLB von Beginn an. Lothar de Maiziere wurde mit vier seiner Getreuen in Berlin-Schönefeld abgeholt. Am 8. September 1990 um 10:00 Uhr. Natürlich mit       D-CLAN. Kurz vor Toresschluss verhandelte der letzte Chef der untergehenden DDR deren Spiel-bankenlizenzen. Übrigens von Vorgänger Modrow vorbereitet. Ein Untersuchungsausschuss des NRW-Landtages versuchte später, Licht in den trüben Fluss der Glücksspiel-Gelder zu bringen. Von 48 Mio. DM Nettospielertrag blieb leider nur ein armseliger Überschuss von 1,7 Mio. DM….

Mit dem IC 72 hatte die WestLB sogar einen eigenen Spar-Club für VIPS. Bei bescheidenem Ein-satz spielten Rau, Clement und Fernseh-Ikone Nowottny mit. Aber auch die CDU-Größen Worms und Linssen freuten sich über gute Tipps, satte Zinsen und (un-)heimlichen Einfluss im Lande.

Es gibt mithin seit Jahren eine ganz reale Bad Bank in Deutschland. Die WestLB, das ist perfekt funktionierende, real existierende, organisierte Finanzkriminalität unter dem Dach des Bundes-Landes Nordrhein-Westfalen. Man bräuchte jetzt nur noch HSH Nordbank, NordLB, LBBW und Bayern LB auf die WestLB zu verschmelzen – zur zentralen Bundes Bad Bank. Die pragmatisch-praktische Lösung für fast alle deutschen Finanzprobleme. Das Rating? Junk = Müll. Was sonst?

Peine, den 15. Dezember 2009                       Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz

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Am 9. Mai 2009 Piraten wählen und die nötige Transparenz, um solche Sachen wirklich künftig zu vermeiden, ist gewährleistet. Die Piraten in Schleswig-Holstein haben am letzten Sonntag den Beschluß gefasst, sich für unabhängige Staatsanwaltschaften einzusetzen, damit endlich Schluß damit ist, dass sich die Eliten dieses Landes per strafrechtlichem Persilschein weiterhin selbst bedienen können.

Wollen oder können sie nicht?

11 Dezember 2009

Nach meiner Rückkehr vom gestrigen Piratenstammtisch in Neumünster, der zwar dünn besucht, dadurch aber sehr nett und intensiv war, habe ich mir Harald Schmidt gegeben. In seiner Aufarbeitung der Woche kam Hilmar Kopper zu Wort, der in bekannter “Peanutsmanier” auf die Diskussion rund um die Boni für totalversagende Bankmanager folgendes sagte, das mal so ein richtiger Griff ins Klo ist:

“Boni? Boni ist bei uns ein Quatschwort. Wir zahlen eine variable erfolgsabhängige Vergütungskomponente.”

Viel, viel besser gefällt mir da schon, was Güdesweiler in seinem Blog “Des Schwachsinns fette Beute” zu den Schildbürgern sagt, die uns regieren. Selten habe ich in einem Blog die Dinge sprachlich und inhaltlich so flüssig und gut aufgearbeitet bekommen. Klasse!

Und warum sich die Piraten für Probleme so wenig interessieren, die mit ihren Kernthemen (in diesem Fall “Transparenz”) zu tun haben und sich stattdessen an Symbolik aufhalten, ist auch eine Frage. Hier und hier habe ich mich mal mit programmatischen Dingen beschäftigt und so gut wie kein Echo bekommen.

Zurück zur Überschrift dieses Posts. Hilmar Kopper will gewiss nicht, bei unserer Regierung wissen wir es nicht und bei den Piraten kann sich das noch ändern (hoffentlich!!!).

Nostalgische Aggressionen

7 Dezember 2009

Im Meer der Mails, die unerbittlich an meinem Stammarbeitsplatz auf mich warteten, befand sich eine mit diesem Inhalt:
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Dies ist eine Kampfansage an den rotzfrechen Nachwuchs.

Hört genau zu, Ihr zungengepiercten Technohopper mit dem Arschgeweih über dem Steißbein: Ihr wart nicht dabei!

Wir Vierziger haben sie live erlebt: die Geburt des Synthesizers und den wahren Soundtrack der 70er, der von Bands wie Depeche Mode, Cure und Yazoo geschrieben wurde.

Wir haben noch mit Midischleifen und Oszillographen gekämpft! Wir haben Euren “Tekkno” erfunden, bei uns nannte sich das aber noch Wave und war tatsächlich Musik. Wir konnten durchtanzen, ohne uns bunte Pillen einzuwerfen zu müssen, um es zu ertragen. Unsere einzige Droge hieß Blue Curacão auf Sekt.

Wir mussten noch keine Angst haben, das uns Tina Turner mit Seniorenoberschenkelhalsbruch von der Bühne purzelt. Wir haben Madonna noch mit festen Brüsten und ohne Baby-Pause gekannt, Ihr Nasen!

Joschka Fischer trug Jeans und Turnschuhe. Echte Punker hatten Uhu in den Haaren und kein “L’Oreal”. Bei uns haben sich keine Neonazis mit Türken geschlagen, sondern Punks mit Mods, Mods mit Poppern, Popper mit Rockern und alle gemeinsam gegen die Polizei.

Bei uns gab es noch Mofas, Mokicks und 80er bei denen durchgängig die Betriebserlaubnis erloschen war, denn das Wort “frisieren” hatte damals noch seine eigentliche Bedeutung, was ihr kahlgeschorenen Pfeifen nie verstehen werdet.

Und wer einen Führerschein hatte, fuhr als erstes Käfer oder einen alten BMW, bei dem Dellen von Individualismus zeugten, ihr Smart-Popel.

Wir erinnern uns noch an Terroristenfahndungsplakate, auf denen hin und wieder ein Gesicht liebevoll mit Kuli von einem Staatsbediensteten durchgestrichen wurde.

Die Bundeswehr machte noch Spaß, wir kannten ja die Richtung, aus der der Feind kommt.

Sex war sicher und Motorsport tödlich. Heute ist es genau anders herum.

Ein Tattoo hatte wirklich nur jemand, der ein halbes Jahr in Indien oder Thailand war. Bei uns rannte nicht jede Tippse schnell noch ins letzte Tatoo-Studio vor der
Autobahn”, um sich im Alcopops-Brand chinesische Zeichen auf den Nacken pieksen zu lassen, die wahrscheinlich nichts anderes bedeuten als “Wer das liest ist doof”.

Die Rapper kamen noch aus dem echten New Yorker Ghetto und nicht aus der Schweiz. Zu unserer Zeit fielen Break-Dancer auf den Fußgängerzonen noch hin und wieder richtig auf die Fresse und Peter Maffay wurde beim Stones-Konzert noch ordentlich von der Bühne gepfiffen. Wir hatten noch die Qual der Wahl zwischen Pop, Rock, Metal und Italo-Disco und
mussten nicht den wöchentlich ändernden Crossover-Trends nachjapsen.

Wir hatten noch Plattenspieler (auf 33″ und 45″) und richtig geile Plattencover, auf denen man die Namen der MUSIKER (und nicht der Programmierer) ohne Lupe erkennen konnte und
die tatsächlich Kunst waren – keine tempotaschentuchgroßen, einfarbigen Booklets auf denen gerade noch “nice price” lesbar ist.

Genau die gleichen Texte, die heute “Rosenstolz”, “Juli” und “Silbermond” singen, hörte man jeden Samstag in der ZDF-Hitparade von Bernd Clüver, Christian Anders und Cindy & Bert.

Für uns war eine LP etwas Heiliges, das gepflegt und geliebt werden musste – und keine CD-Plastik-Wegwerfware, die so robust ist, dass man sie durchaus auch als Bierglasuntersetzer verwenden kann. Bei uns erkannte jeder sein Eigentum noch an den individuellen Kratzern. Wir haben kein Big-Brother geschaut sondern “Formel Eins”, wo es eine ganze fette Stunde wirklich gute Musikvideos zu sehen gab, wir hatten kein MTV mit degenerierten Klingelton-Werbespots und eingebildeten VJ-Flaschen nötig.

Wir haben uns “Magnum” und “Simon & Simon” reingezogen, haben uns die Sakkoärmel hinauf geschoben und ließen uns die Haare seitlich ins Gesicht fallen – ohne diese beknackten, umgedrehten Baseballmützen oder Wollhauben. In unseren Hosen konnte man noch sehen, ob eine(r) einen Hintern hatte, heute hängt der Arsch ja bei jedem von Euch in der Kniekehle der ach so tollen adidas-Jogginghose (die WIR übrigens nur im Sportunterricht angezogen haben). Man konnte erkennen ob jemand “männlich” oder “weiblich” war. Heute verschlabbert
alles unter kunstvoll vergammelter Bekleidung.

Wir waren stolz auf unsere weißen Socken und trugen Slipper mit einem Pfennigstück in der Schuh-Zunge und keine Plateau-Sohlen-Schuhe, die früher bei Klump-Füßen verschrieben wurden.

Und weil ihr gerade im Leistungskurs für Informatik sitzt: die AC/DC Einritzungen auf den Tischen sind von UNS – und es geschieht Euch nur recht, wenn ihr glaubt, dass die Dinger aus dem Physiksaal kommen, wo irgendein findiger Schüler seinerzeit die Abkürzung für “Gleichstrom/Wechselstrom” in die Bank gemeißelt hat!

Ach ja, hiermit entschuldige ich mich, auch im Namen meiner Altersgenossen, für Modern Talking.

Das haben wir wirklich nicht gewollt …

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Etwas über Bildung und Integration

5 Dezember 2009

Danke, dass es Twitter und den Twitterer order_by_rand gibt. Sein Tweet wies mich auf diesen tollen Auftritt meines Lieblingskabarettisten Georg Schramm hin:

Bildung darf nichts kosten!

30 November 2009

Dass der Deutschen einziger Schatz zwischen den Ohren liegt, ist eine Weisheit von Guido Westerwelle. Unklar ist dabei, ob er damit den Wert seiner Frisur meint oder was sonst. Dass Wissen und vor allem das fremdsprachliche Wissen muss Buchstabe für Buchstabe kostenlos sein, anders als in diesem Leipziger Beispiel:

Was kosten die Buchstaben F U C K ?

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