DSDSH und die letzten Tage

25 Januar 2010 von Wolfgang Dudda Kommentieren »

Es waren schöne, anstrengende Tage. Letzten Donnerstag war ich gewerkschaftlich in Oldenburg im Einsatz und habe dort vor mehreren hundert Kolleginnen und Kollegen Tacheles geredet. Da konnte ich nur andeuten, was seit einigen Tagen nun so etwas wie Gewissheit ist: Der Zoll wird sich völlig neu organisieren und sich damit auf den Weg begeben, den meine Gewerkschaft (Gewerkschaft der Polizei) schon seit Jahren aufgezeigt hat!

Link dazu: http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Regierung-prueft-Zusammenarbeit-von-Zoll-und-Polizei_aid_810571.html

Und weil ich an dieser Entwicklung mitgewirkt habe, gab es natürlich zahlreiche Anfragen, die beantwortet werden mussten.

Auf der Rückfahrt von Oldenburg habe ich dann in Hamburg Zwischenstation gemacht und mich dort mit Professor Johannes Ludwig und einigen seiner Studenten getroffen, die an einem sehr, sehr interessanten Projekt arbeiten und gleichfalls viele Fragen stellten, die ich teilweise erst heute per Mail beantworten kann.

Am Freitag hatte ich frei und habe mir tagsüber einen Bluray-Genuss mit “Inglorious Basterds” bereitet. So nebenbei habe ich das “Arbeitsessen und -trinken” mit einigen meiner Lieblingspiraten (darunter übrigens vier weibliche Piraten) am Samstag vorbereitet.

Samstags waren dann sieben Piraten bei mir zu Gast und haben ihre Ausdauer und Standfestigkeit bis zum Sonntagmorgen um 4:30 Uhr bewiesen. Wir haben lecker gegessen und getrunken. Natürlich haben wir jede Menge piratisch zu diskutieren gehabt.

Als ich dann gestern den aus Dresden angereisten weiblichen Piraten zum Treffpunkt der Mitfahrerzentrale fuhr, kam mir auf dem Weg dorthin eine Idee, die wir zwar noch ein wenig verfeinern müssen, die dennoch bereits jetzt schon Charme hat:

Am 13. Februar 2010 findet in Dresden das Casting zu DSDSH (“Dresden sucht den Superhitler”) statt, zu dem etwa 8.000 Teilnehmer erwartet werden. Diese Teilnehmer sollen noch gehirnamputierter sein als die, die sich bei einem großen Fernsehsender bei einem anderen Casting entblöden. Die Fans dieses Castings können ihrem Enthusiasmus dann den richtigen Ausdruck verleihen, wenn sie am Wegesrand und beim gemeinsamen Hypen kosmetisch auf das Ziel des Castings eingehen. Ein kleines schwarzes Oberlippenbärtchen ist schnell aufgetragen und zeigt allen die wahre Kausalität auf:

Hitler macht aus Deutschland einen faschistischen Staat. Faschistischer Staat macht Krieg und wirft überall Bomben. Die Angegriffenen werfen Bomben zurück.

Die Bomben, die auf Dresden gefallen sind, kamen also weißgott nicht aus heiterem Himmel!

Wenn am 13. Februar 2010 möglichst viele Menschen in Dresden die kleine kosmetische Veränderung für die Zeit des Nazi-Castings an sich durchführen, könnten sie damit zeigen – und zwar überall und ohne selbst auf eine Demo gehen zu müssen – dass sie verstanden haben, was wirklich geschehen ist!

Macht also alle mit mit beim “Oberlippenflashmob”! Daran teilnehmen könnten auch alle, die es nicht nach Dresden schaffen. Damit könnten alle bundesweit ein Zeichen setzen!

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Technorati
  • Twitter
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Blogosphere News
  • Wikio
  • PDF
Werbung

2 Kommentare

  1. DrBolle sagt:

    “Hitler macht aus Deutschland einen faschistischen Staat. Faschistischer Staat macht Krieg und wirft überall Bomben. Die Angegriffenen werfen Bomben zurück.”

    Das ist so nicht ganz richtig:

    1.) Der faschistische Staat hieß damals Italien. Deutschland war ein dagegen ein nationalsozialistischer Staat: weder richtig links noch richtig rechts. Konsequenterweise wurden die NS-Kameraden zuweilen auch von “Rotfront” *und* “Reaktion” erschossen wie uns das Horst-Wessel-Lied erklärt.

    2.) Deutschland machte in der Tat Krieg. Aber auch wiederum nicht überall und auch nicht immer mit Flächenbombardements. Sonst könnte man heutzutage kaum die schönen Boulevards in Paris entlang spazieren.

    3.) Die Angegriffenen warfen keine Bomben zurück, denn Polen hatte dazu keine Gelegenheit mehr. Zum “moral bombing” fühlten sich die Briten bemüßigt, die den Polen eine uneingeschränkte Beistandszusicherung gegeben hatten und dem Deutschen Reich deswegen den Krieg erklärten. Die Frage zu beantworten, ob sie tatsächlich nur auf die deutschen Bomben reagierten, sei den Luftkriegshistorikern überlassen. Die Tatsache, dass die deutsche Luftwaffe zu keiner Zeit des Krieges über eine strategische Bomberflotte nennenswerten Umfangs verfügte, spricht allerdings nicht dafür, dass die Idee der Flächenbombardierung von Städten primär deutschen Ursprungs ist.

Hinterlasse eine Antwort

Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes

© 2007-2010 Alltägliche Wahrheiten - Wolfgang Dudda Alle Rechte vorbehalten