Er kann´s nicht (lassen)

24 Oktober 2009 von Wolfgang Dudda Kommentieren »

Oder: Da lege ich doch mal schnell einen nach!

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Dass Aaron Koenig aus dem Bundesvorstand und einige Piraten, zu denen gewiss auch ich gehöre, erhebliche Probleme miteinander haben, hat sich mittlerweile herum gesprochen. Und weil das Mütchen auf der einen Seite sich noch immer nicht abgekühlt zu haben scheint, bedient der rechte Besserwisser Klischees, die einmal mehr vom SPIEGEL lanciert worden sind.

Die Linken sind so verblendet und so doof, dass sie sich selbst zerfleischen, was ein richtiger Pirat schon deshalb nicht tut, weil er sich besser artikuliert, was er beim Mailen gelernt hat. So lässt sich der dieswöchige politische Unfug des großen politischen Visionärs der Piratenpartei zusammen fassen. Und damit bloß genug Piraten dem verbalen Rattenfänger nachlaufen, lobhudelt er sie bis zum peinlichen Abwinken. Leute wie mich und viele andere führt er damit natürlich nicht hinter´s Licht. Er will polarisieren, die so genannten “Linken” aus der Höhle locken und dann selbst als “wahrer, vorbildlicher Pirat” den Persilschein für weiteren politischen Unfug in der Zukunft einholen.

Ich empfehle das alsbaldige Lesen dieses epochalen geistigen Ergusses, denn bei Aaron Koenig kommt es schon mal vor, dass klammheimlich Artikel im Nachgang geändert werden und diese Änderungen nur nach Anmahnung sichtbar gemacht werden.

Nachdem vor kurzem die “Kopftuchproduzenten” ihr Fett weg bekamen, sind´s in dieser Woche die angeblich hasserfüllten Linken. Hauptsache, man diskreditiert irgendjemanden.

Aaron, das Spiel, das Du spielst, ist so arm und so durchschaubar, dass es den Intellekt wirklich beleidigt. Die bösen Linken oder das, was Deine Annahme davon ist, schnell mal aus der Piratenpartei heraus ekeln und den Rest der vermeintlich unpolitischen Nerds am Nasenring durch den eigenen rechten Vorgarten ziehen.  Übrig bliebe eine Piratenpartei, die Dich als den wahren politischen Führer wie einen Gott verehrt. So als spätberufenes politisches Genie mit einem Mandat ausgestattet, kannst Du dann endlich befreit von jeder Kritik Deine eigene programmatische Leere zum piratischen Ideal erheben und noch nassforscher als bisher ankündigen, dass sich die Piratenpartei schon sehr bald zu allen möglichen Themen positionieren wird.

Schnell mal provozieren, dabei den Gentleman mimen und darauf setzen, dass die bösen Linken in der Partei schon blöd genug sein werden, Dir unsachlich zu antworten. Dann zum Märtyrer geadelt die Massen fragen: Seht her! Ich habe doch nur Gutes über uns gesagt und was machen die bösen Linken nun mit mir? So gehen Populisten üblicherweise vor. Mal sehen, wie viele Leute dieses Mal auf die Nummer hereinfallen.

Deine angebliche Legitimation durch den SPIEGEL-Artikel ist noch dünner als die durch Sarrazin, weil die “Analyse” Kurbjuweits auf keinerlei objektiv messbaren Fakten beruht. Das zumindest war bei Sarrazin anders. Der hatte sich zum Beleidigen und Verunglimpfen zuvor wenigstens ein paar harte, belastbare Fakten zusammen gesucht, die er dann mit Verfälschungen vermischte. Mit dem Wort “Hass” einen Teil des politischen Spektrums in diesem Lande zu stigmatisieren, ist schon übel genug. Dass dies der SPIEGEL vorneweg macht , entspricht dem Niveau, das er erklommen hat, als Kerstin Kuhlmann für ihn im August 2009 das Internet verteufelte. Bei diesem urpiratischen Thema jedoch war von Aaron Koenig (natürlich) nichts zu sehen und zu hören.

Wie viele Glaubwürdigkeitsverluste müssen wir eigentlich erst beklagen, bevor diesem Treiben auf breiter Fläche Widerstand entgegen gesetzt wird? Und wie war das noch? “Wer Hass sät, der wird Sturm ernten…”

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4 Kommentare

  1. Jaqu
    Twitter: Loumol
    sagt:

    so so

  2. Yuuki83
    Twitter: Magi1983
    sagt:

    Ich denke schon, dass Widerstand gegen Aaron Koenig breiter gesät ist. Um so wichtiger den Typ beim nächsten Bundesparteitag zu ersetzen. Würde ich mich jetzt zurückziehen, würde ich den Weg für all die Aaron Koenigs in der Partei bereiten und das will ich nicht! Es stellt sich letztlich die Frage, ist die Piratenpartei eine konkurrenzdemokratische oder doch vielmehr einen konkordanzdemokratische Partei. Denn ist sie konkurrenzdemokratisch, wird sie früher oder später auseinanderfliegen.

  3. Falk D. sagt:

    Ich fürchte, dass wir mit dem jetzigen Vorstand in vielen Belangen kein glückliches Händchen bewiesen haben.
    Ich bin aber, im Gegensatz zur meinem Vorredner sehr für das Freischneiden eines harten Kerns. Ich sehe die Chance der Piraten nicht im Atomausstieg oder einem BGE, sondern in einem scharfen Profil als Bürgerrechtspartei. Das wird wohl sehr laut werden, aber die Piraten werden als SPD2.0 nicht mehr sondern gar keine Stimmen erhalten.
    Falk D.

    P.S. Ich stehe im Dezember für keinerlei Amt zur Verfügung.

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