Wie gestern bereits hier dargestellt haben die Redakteure der “Kieler Nachrichten” die Ergebnisse der Landtags- und Bundestagswahl ihren Lesern mit eigenartiger Sorgfalt unvollständig und eigentlich sogar falsch in der Printversion übermittelt. Die Piratenpartei gibt es bei den “Kieler Nachrichten” nicht, dafür aber die NPD, die dank der an dieser Stelle ausgesprochen klug handelnden Schleswig-Holsteiner wesentlich weniger Stimmen bekam. Seht selbst!
Daraufhin schrieb ich gestern der Redaktion (redaktion@kieler-nachrichten.de) diese Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Als ich soeben meine Kieler Nachrichten (bin Abonnent) las, konnte ich nichts über die Wahlergebnisse der Piratenpartei erfahren, obwohl diese deutlich mehr Stimmen erhalten hat als andere Parteien, die Sie in Ihren Tabellen erfasst haben. Ich möchte gerne wissen, warum Sie die LeserInnen so unvollständig informieren.
Ich bin bzw. war bis heute nicht nur Abonnent der KN. Ich bin Pressesprecher des Landesverbandes Schleswig-Holstein der Piratenpartei Deutschland. Ihre Antworten auf folgende Fragen sind daher für mich in doppelter Hinsicht bedeutsam:
Warum vermeiden Sie es, die Piratenpartei, die deutlich mehr Stimme als die anderen kleinen, von Ihnen erwähnten Parteien erhalten, in Ihren Tabellen zu nennen?
Was ist aus Ihrer Sicht so wichtig an der NPD, dass Sie diese verfassungsfeindliche, rechtsextremistische Partei in Ihren Tabellen erwähnen?
Welches journalistisches Selbstverständnis haben und pflegen Sie?
Wurden Sie von anderer Stelle aus Ihrem Verlag angewiesen, so zu handeln?
Sind Sie bereit, den begangenen journalistischen Fehler in der morgigen Ausgabe zu korrigieren?
Welche Bedeutung haben für Sie Rügen des Presserates vor dem Hintergrund, dass ich diesen bei Nichtkorrektur der Wahlberichterstattung informieren werde bzw. muss?
Wegen der Bedeutung des Vorgangs für die Piratenpartei und der damit verbundenen und von uns ggf. erforderlichen öffentlichen Aufarbeitung – auch im Zusammenhang mit der von uns veranlassten Benachrichtigung der OSZE über Unregelmäßigkeiten bei der Wahl hier in Schleswig-Holstein – teile ich Ihnen ergänzend meiner Mobilfunknummer mit, um einen persönlichen Kontakt zu ermöglichen: 0171 – 78 522 74. Bei Nichtbeantwortung meiner Fragen dürfen Sie davon ausgehen, dass die Piratenpartei in anderer, bekannt kreativer Weise dafür sorgen wird, Ihren LeserInnen das vollständige Wahlergebnis zugänglich zu machen.
Die Kündigung meines Abonnements versteht sich von selbst, sofern es sich bei dem Vorgang nicht um einen Irrtum handelt, den Sie zu korrigieren bereit sind.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Dudda
Diese Mail wurde nicht beantwortet. Daher habe ich mit diesem Schreiben heute mein Abo gekündigt und gebeten, die mir zustehenden Restexemplare dieser für mich höchst überflüssigen Zeitung an die NPD zu schicken, die sich darüber gewiss freuen wird und möglicherweise so noch einen Restbezug zur Realität bekommt.
Für das unabhängige Nachrichtenportal gegen die Zensur durch einseitig berichtende Zeitungen und Verlage suche ich nun Leute, die Lust haben, dabei mitzumachen.
Twitter: pantoffelpunk
sagt:
Konsequent biste ja, mein Lieber
(und Dein captcha ist großes Kino)
Neben den Piraten haben die ja auch gleich noch die Linke mit abgekocht.
Twitter: oreoblue
sagt:
Lieber Bernd!
Nein, die LINKE wird genannt, wie mein Scan klar zeigt.
Ein konsequenter und richtiger Schritt.
Wenn du mal wieder eine “Floskel” für einen unliebsamen Kontakt suchst empfehle ich:
“Mit dem Ihnen gebührenden Respekt,”
P.S.: @pantoffelpunk und @Wolfgang: Das Captcha ist ein absoluter Usability-Albtraum!