Piratenpartei?!?!” Hin und her.

29 Juni 2009 von Wolfgang Dudda Kommentieren »

Piratenpartei, eine mögliche Lösung???

Übermorgen werde ich, wie hier schon geschrieben, den Stammtisch der Kieler Piraten besuchen. Seit einigen Tagen bekomme ich auch schon deren Newsletter, der irgendwie Appetit auf ein sympathisches Chaos macht. Im Internet wird das “Phänomen” Piratenpartei kontrovers diskutiert. Die Forderungen der Piratenpartei seien allein nicht ausreichend, um damit als echte Partei wirken zu können. Andere befürchten, dass sich die Piratenpartei nur allzu schnell den politischen Gesetzmäßigkeiten unterwerfen wird (müssen).

Der ausführliche Artikel des SCHOCKWELLENREITERS hat mich beeindruckt. Insbesondere seinen Gedanken über die eigene, persönliche Anarchie mag ich sehr gerne folgen. Seine Zusammenfassung gibt meine Gefühlslage nahezu 1:1 wieder und deshalb zitiere ich den letzten Absatz:

Im Grunde meines Herzens bin ich jedoch Anarchist. Nicht ein Anarchist im Sinne des Stirnerschen Brutal-Individualismus, sondern ein Anhänger kropotkinscher Kooperation und (gegenseitiger) Hilfe. Und in diesem Sinne gilt es, die kropotkinschen Gesellschaftsentwürfe mit der marxistischen Gesellschaftsanalyse zu versöhnen. Wer, wenn nicht ein Pirat, könnte diese Aufgabe übernehmen? Bei all meiner Sympathie für die Linken sind diese mehrheitlich zu sehr im Gestern verhaftet, als daß von Ihnen ein moderner Entwurf zu erwarten wäre.

Die jetzt Gegenwart gewordene Zensur verlangt von jedem aufrechten Demokraten Widerstand. Dieser Widerstand muss wirksam sein und das Rad des demokratischen Unrechts zurück drehen können. Da trifft es sich doch taktisch-politisch hervorragend, wenn dies ohne faule Kompromisse geschehen kann, weil man keine anderen Themen besetzt. Diese Radikalität wird der Piratenpartei, wie ich jetzt annehme, sehr lange eine politisch weiße Weste erhalten. Für anderes stehe ich nicht zur Verfügung, wenn ich mich dort einbringen sollte.

Und noch etwas aus dem bemerkenswerten Artikel des Schockwellenreiters hat mir ausnehmend gut gefallen:

Marx wieder als Wissenschaftler ernst zu nehmen und nicht als Säulenheiligen anzubeten. Und Öffentlichkeit und Erfahrung, der marxistische Gegenentwurf von Oskar Negt und Alexander Kluge zum Habermas’schen (bürgerlichen) Öffentlichkeitsbegriff, dürfte ebenfalls für eine Analyse nützlich sein.

Danke dafür!

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