Archiv für 20. Juni 2009

Milchmädchen Münte

Soeben in den “Mitternachtsspitzen” des WDR:

Münte erklärt,warum die SPD im September alleine regieren kann. Zur Zeit liegt die SPD in den Meinungsumfragen bei 21 Prozent. Gehen genau so wenig Wähler wie bei der Europawahl (42 Prozent Wahlbeteiligung) zur Urne, so hat die SPD satte 50 Prozent und kann munter regieren.

Wenn das nur nicht so dicht an Müntes Wahrheiten wäre, könnte ich sogar lachen …

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Nicht für die Ewigkeit

Um meinem eigenen Anspruch, über den Wahnsinn im Internet und um uns herum zu berichten und ihn zu kommentieren, gerecht zu werden, habe ich mich mal auf die Suche nach schnell vergänglicher Kunst gemacht. Kunst eben, die nur für sich selbst gemacht ist und nicht, um Galeristen reich oder Künstler berühmt zu machen.

Ich habe dabei Scott Wade entdeckt. Sein Schicksal ist es, im staubigen Texas zu leben. Er hat es aufgegeben, den ewigen Wettkampf zwischen Autowaschanlage und Staub zu verlieren.

Er hat sich mit dem Staub angefreundet und nutzt ihn als Leinwand für seine Malerei. Je mehr Staub auf einer Autoscheibe ist, um so interessanter und beeindruckender werden seine Kunstwerke. Man muss die Malerei scho sehr lieben, wenn man aufwändige Kunstwerke nur mit seinem Namen und der Uhrzeit (nicht mit dem Datum) signieren kann, weil der nächste Regen alles zerstört!

Seine Galerie ist tatsächlich eindrucksvoll und verrät, dass der Mann sein künstlerisches Handwerk absolut versteht.

In diesem Video erzählt er, wie es überhaupt zum Malen auf staubigen Autoscheiben kam. Und natürlich entsteht so ganz nebenbei auf der Heckscheibe seines Minis ei Landschaftsportrait.

Ich weiß nicht: Ist das beknackt? Ist das toll? Hat das nicht etwa sogar etwas Mystisches?

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Live-Stream aus Flüchtlingslager


Der UNHCR bietet auf seiner Seite “refugeedaylive.org” erstmals Live-Stream aus Flüchlingscamps an – ein überwältigender Erfolg. Neben ungeschnittenen Eindrücken kann man auch per Chat direkt Fragen stellen – sowohl an die Flüchtline selbst, als auch an die Flüchtlingshelfer. Flüchtlingscamps aus verschiedensten Teilen der Welt sind auf Sendung. Die Sendung ist heute noch länger online.

Der Live-Stream lässt sich problemlos in Blogs einbinden, so wie hier:

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Grunge für den Nachmittag

Neil Young, der “Godfather of Grunge“, hat 1993 zusammen mit Pearl Jam eine legendäre Tour gemacht. Der Höhepunkt auf jedem Konzert war als Zugabe das Stück “Rockin´In The Free World”. Damit läuten wir dann den mittlerweile auch bei uns in Kiel verregneten ersten Nachmittag der diesjährigen Kieler Woche ein.

Gestern und heute war/bin ich halt ein wenig rockiger als sonst drauf. Mal sehen, was morgen wird …

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Auf dem Wasser rund um Kiel

Ich weiß, dass dieser Beitrag nur wenige von Euch interessieren wird. Aber, auch Minderheiten bekommen hier ihr Recht! Deshalb verweise ich denn hier auch auf einen Informationsdienst, der übersichtlich und informativ über und von Schiffsbewegungen vor meiner Haustür berichtet.

Die “KIELER NACHRICHTEN” haben dazu hier eine Google-Maps basierte Seite eingerichtet, die beim Anklicken auf die unterschiedlichen Symbole gleich den Schiffsnamen, seinen Typ und seine Größe angibt.

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Er ist rasend schnell, der neue Firefox

No Risk – No Fun. Das Motto hängt in meinem Büro an der Wand. Und das lebe ich auch.

Deshalb habe ich mir den gerade eben veröffentlichten FIREFOX 3.5 RC2 installiert. “RC” steht für Release Candidate und stellt damit klar, dass es sich noch nicht um die “Final Version” handelt. Sch..egal. Das Ding ist teuflisch schnell und gut.

Klickt auf den Website-Thumbnail und sucht Euch dann unter den 70 angebotenen Sprachen den deutschen Downlaod für Windows, Mac und LINUX heraus.

Wer mehr Geduld als ich hat, wartet bis etwa Ende Juni. Dann soll die offizielle Version 3.5 vom FIREFOX veröffentlicht werden.

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Es geht auch wunderbar ohne iTunes

Wer mit iTunes als Überspielprogramm für das iPhone so wie ich unzufrieden ist, kann sich eines wesentlich komfortableren Ersatzes bedienen, der zudem noch in beide Richtungen, also auch auf den PC oder MAC, kopieren kann.

FLOOMLA 5.2 macht damit den Austausch von Dateien einfach und schnell möglich. Das Tool ist dazu noch kostenlos erhältlich. Ein Klick auf den Website-Thumbnail (neues Addon in meinem Blog!!!) und Ihr seid auf der Seite von CHIP und könnt Euch das Teil dort holen. Für MAC-User gibt es das Teil auf der Herstellerseite genau so kostenlos wie für LINUX-User.

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DSL im Schurkenstaat – Einer für den Morgen

Mit einem wunderbaren Lied läute ich das zumindest hier in Kiel sonnige Wochenende ein. In dem flotten Song gibt es diese Textpassage:

Man kann das erklären wie ‘ne Mauer quasi
Jetzt geht es los mit der Internet Stasi
Das ganze Gesetz ist doch Gurkensalat
Ich hab jetzt DSL im Schurkenstaat

Das Ding könnt Ihr Euch als kostenloses MP3 natürlich kostenlos downloaden (und zum Klingelton machen???) und/oder hier bei mir als Video anschauen:

Cool, nicht wahr?

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Sozialdemokratischer Silberstreif?

Der nordrhein-westfälische Juso-Vizechef Marcel Murawski ist einer derer, die jedwede Hoffnung auf eine richtige Sozialdemokratie zunichte machen. Als Juso (!!!) steht er hinter Sätzen wie diesen, die das Thesenpapier “Für eine Linke der Zukunft” des JUSO-Bundesvorstandes auf dem Bundeskongress 2008 in Weimar, ablehnen:

Der Tenor des Papiers steht in der zweifelhaften Tradition etlicher vorangegangener Papiere des Juso-Bundesvorstandes: Massive Kritik an den mittlerweile erfolgreich wirkenden Reformen der rot-grünen Regierungszeit und Abtun von andersartigen politischen Ideen innerhalb der Sozialdemokratie als Neoliberalismus, die nicht in das eigene Weltbild passen.

Gestern in München auf dem diesjährigen Bundeskongress der JUSOS forderte er, der SPD-Nachwuchs müsse sich “mehr der Realität zuwenden”. Die Organisation habe durch “Utopien” einen Status erreicht, “in dem die SPD uns nicht mehr ernst nimmt.”

Da stellt sich mir natürlich die Frage, was der gerade aus der Schule entlassene Murwaski denn schon von der Realität weiß.  Erst vor zwei Jahren hat er für seine Rolle als Mr. Dumby in einer Schulaufführung von Oscar Wildes “Lady Windermeres Fächer oder: Die Geschichte einer anständigen Frau” diesen Satz auswendig lernen müssen, der sein Verhältnis zur wahren Sozialdemokratie zutreffend charakterisiert: “Was bist Du doch mysteriös!

Viel, viel besser gefallen mir das schon die Worte der alten und neuen Vorsitzenden der JUSOS, Franziska Drohsel, die Partei müsse unter Beweis stellen, dass sie es ernst meine mit der Bekämpfung der sozialen Spaltung in Deutschland. Sie hält Kapitalismuskritik für dringend geboten und warb für einen demokratischen Sozialismus.

Ihr Buch “Was ist heute links – Thesen für eine Politik der Zukunft” sollten sich Genossen wie Marcel Murawski, Franz Müntefering oder Frank Steinmeier doch mal aufmerksam durchlesen. Vielleicht werden dabei einige linke Gehirnzellen wieder zum Leben erweckt, die machtorientierter Pragmatismus betäubt hat. Für mich ist sie auf alle Fälle ein Silberstreif am sozialdemokratischen Horizont.

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Perversion der Energiegewinnung

Gerade vor dem Hintergrund meines vorigen Beitrages bekommt dieser nun einen ganz besonders faden Geschmack. Wie die NETZEITUNG weiß, soll Sonnenenergie aus Afrika demnächst deutsche Wohnzimmer warm und kuschelig machen. 20 Großkonzerne haben sich zusammen getan und investieren dafür 400 Milliarden Euro.

Moralischen Bedenken, dass der gewonnene Strom doch zuerst in Afrika angeboten werden sollte, stellt man sich natürlich nicht. Dabei gehen realitische Schätzungen davon aus, dass etwa ein Prozent der Fläche der Sahara den Strombedarf der gesamten Menschheit (!!!) decken könnte.

Mangelnder Strom ist in Afrika eine der Hauptursachen für wirtschaftlichen Stillstand. Ganze Industrien müssen ihre Produktion dem Vorhandensein von Strom anpassen und können so natürlich nicht betriebswirtschaftlich vernünftig arbeiten. Weitestgehend wird der private Energiebedarf immer noch aus Dieselaggregaten gewonnen, was teuer und wegen der Kohlendioxidentstehung auch umweltschädlich ist.

Uns überrascht natürlich nicht, dass das Solarstromräuberkonsortium rund um die Müchner Rück, die Deutsche Bank und RWE in anderen moralischen Regelkreisen planend Afrika am Allerwertesten vorbei geht.

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Wiki des Tages oder das Paradoxon der Flucht

Seit 95 Jahren ist der 20. Juni Weltflüchtlingstag. Flüchtling ist man nicht, weil man sein Land aus politischen, wirtschaftlichen oder anderen Gründen verlassen muss und dann heimatlos ist. Nein, nein. Flüchtling ist man erst, wenn das Land, in das man sich flüchtet, aus dem Asyl suchenden durch einen Formalakt einen Flüchtling macht.

Und damit dies zumindest dem Anschein nach gewissen internationalen Ansprüchen genügt, gibt es den “Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen”. Der hat sogar eine deutsche Dependance und Homepage. Und dort bietet er ein nicht ganz einfaches Quiz an, das offenlegt, wie wenig unsereins von der Problematik versteht.

Und wer sich heute über die angeblichen “Wirtschaftsflüchtlinge” entsetzt, der sollte mal die fragen, die sich einen Teufel um die Studie “Global 2000” geschert haben. Eine der darin enthaltenen Prognosen der 1977 (!!!) von Jimmy Carter in Auftrag gegebenen Studie war die, das Millionen von Flüchtlingen vor Hunger und Not aus den unterentwickelten, geographisch benachteiligten Ländern in die Industriestaaten unterwegs sein werden. Dem, so die Studie, sei nur zu begegnen, wenn man die Lebensverhältnisse vor Ort verbessert. Das ist natürlich nur kaum oder gar nicht geschehen.

Hätten die Industrienationen ihre Verantwortung wahrgenommen, müssten nicht, wie 2008 geschehen, 65.000 Menschen unter unwürdigsten Bedingungen ihr Leben riskieren, um mit dafür denkbar ungeeigneten, zumeist verrosteten und und verrotteten Schiffen oder Booten von Afrika aus die Südküsten Europas zu erreichen. Dann hätten in den Jahren 1997 bis 2002 auch nicht etwa 10.000 Menschen auf dem Weg von Afrika zu den Kanarischen Inseln auf hoher See sterben müssen.

Ganz übel ist das palästinensische Flüchtlingsproblem. Um die geflüchteten bzw. vertriebenen Palästinenser kümmert sich aus poltischen Gründen übrigens nicht der UNHCR. Dies erledigt mehr oder weniger recht und schlecht die UNRWA, eine Hilfsorganisation der UNO. Schätzungsweise 1 Million (!!!) Menschen leben demzufolge in Flüchtlingslagern. Als ich in Israel war, habe ich selbst gesehen, wie Frauen mit Wasserkrügen in die Vorzeigestadt Arad nur zu festgelegten Zeiten aus dem einige Kilometer vor Stadt befindlichen Lager zum Wasserholen gehen durften. Das Lager bestand aus Wellblechhütten, verfügte nicht über Strom und stand in der Sandwüste.

Zu gerne wüsste ich, wie es hier bei uns wohl nach dem II. Weltkrieg zugegangen wäre, wenn man den Vertriebenen und Flüchtlingen derartig hohe bürokratische Hürden zur Erlangung eines Aufenthaltsrechtes geschaffen hätte …

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