Archiv für Februar 2009

Die Einschläge kommen näher

28 Februar 2009

Diese simple Wahrheit betrifft jeden von uns. Wenn Euch allerdings Eure Freunde mit einer solchen Geburtstagstorte erfreuen, ist es an der Zeit ein wenig über sich nachzudenken, oder?

Aber möglicherweise seid Ihr ja namensbedingt ohnehin nicht daran interessiert, allzu lange auf dieser Erde zu verweilen. Wer im englischsprachigen Raum mit einem Namen wie diesen gestraft ist, gibt sich solchen Überlegungen schon mal hin: Justin Case, Barb Dwyer, Stan Still, Terry Bull, Paige Turner, Mary Christmas, Anna Sasin, Doug Hole, Hazel Nutt, Rose Bush, Anna Prentice, Annette Curtain, Bill Board, Pearl Button, Jo King, Barry Cade, Carrie Oakey, Priti Manek, Tim Burr, Jenny Taylor (think about it) and Ivy Plant.

Danke für beides, die Torte und die Namensauswahl, an den NEW ZEALAND HERALD!

Ganz andere, nicht weniger nachvollziehbare Gründe, “der Welt das größte Kompliment zu machen und sich umzubringen” (Jean Paul Sartre), hat der vom Kabarettisten Georg Schramm dargestellte Renter Dombrowski in der Schlußnummer des Programms “Thomas Bernahard hätte geschossen”, das ich mir in genau einem Monat hier in Kiel im Schloß anschauen darf:

150.000 $ wofür?

28 Februar 2009

In den USA macht man sich lustig darüber, dass der ehemalige Präsident George W. Bush, der unbestrittene Erfinder des Bushism, dem rhetorischen Ergebnis permanenter intellektueller Überforderung, für von ihm gehaltene Reden den stolzen Preis von 150.000 US-Dollar verlangt. Für einen Aufschlag von 25 Prozent dürfe man, so der für ABC tätige Kommentator Jimmy Kimmel, dann auch mit Schuhen auf Bush werfen.

Wer zum Teufel bezahlt jemandem, der nicht sprechen kann, so viel Geld für eine Rede? Und wovon will George W. Bush erzählen? Davon, dass er und seine Laura zu blöde sind, ihr Leben nach der Präsidentschaft zu organisieren? Davon, dass man sich vom Secret Service Stühle leihen muss, weil man selbst nicht genug Möbel hat?

Wer mag, kann sich von den beeindruckenden rhetorischen Fähigkeiten des Mannes hier zwei Minuten lang überzeugen:

Wiki des Tages

28 Februar 2009

Heute vor 32 Jahren kam etwas ans Tageslicht, an das wir uns im Laufe der Jahre seitdem mehr oder weniger gewöhnt haben oder gewöhnen mussten.

Es kam heraus, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz den Atommanager Klaus Traube einem absolut unbegründeten und völlig illegalen Lauschangriff ausgesetzt hat. Anlass dafür war der sich später als haltlos erwiesene Verdacht, Traube hätte Kontakte zur RAF bzw. Terroristen.

SPIEGEL vom 28.02.1977

"SPIEGEL" vom 28.02.1977

Aufgedeckt hat diesen Skandal der SPIEGEL. Der hochinteressante Artikel über das Vorgehen der Schlapphüte damals ist dankenswerter Weise hier immer noch nachzulesen.

Der damalige Bundesinnenminister Werner Maihofer wusste davon, trat deswegen jedoch nicht zurück. Das musste er später wegen einer Fahndungspanne im Zuge der Entführung von Hanns Martin Schleyer tun.

Die damalige Hysterie machte so manches möglich und legitimierte so manche üble Tat. Die Neigung der Deutschen bzw. ihrer Politiker, mittels verbreiteter Hysterie Menschen- und Bürgerrechte einzugrenzen oder gar ganz auszuhebeln, hat Tradition.

Wie es der Zufall (???) will, wurde heute vor 76 Jahren die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat erlassen, die einen Tag nach dem Reichstagsbrand die Bürgerrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft setzte.

Wie wird man wohl in 30 Jahren über die Hysterie eines Wolfgang Schäuble urteilen? Wie wird man die Online-Schnüffeleien dann bewerten?

Einer für den Abend

27 Februar 2009

Meine Vorliebe für gute Gitarristen lebe ich in meinem Blog nur allzu gerne aus. Heute habe ich ein wahres Kleinod der Zupfkunst von Pat Metheny gefunden. Zusammen mit dem Ausnahmebassisten Steve Rodby spielt er uns das Stück “How Insensitive”. Das Ding ist aus dem Jahr 1992.

Die beiden teilen sich die 9:40 Minuten so auf: Erst spielt Pat Metheny ein wunderbares harmonisches Solo, dann zeigt uns Steve Rodby, wie warm und schön man den großen Bass spielen kann. Abschließend ergänzen sich beide in perfekter Weise. Allerbester, butterweicher, smoothiger Jazz!

Genau das Richtige, um das Wochenende ruhig einzuläuten, oder?

Ausgerechnet der Herr Müller

27 Februar 2009

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn (DB), der ehemalige Wirtschaftsminister Werner Müller, ehemalige Vorstand der Ruhrkohle AG (RAG) und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb mbH (g.e.b.b.), einer 100%-Tochter des Bundesministeriums der Verteidigung, bittet den Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Verkehr, Klaus Lippold, darum, Hartmut Mehdorn nächste Woche nicht vor das Gremium zu laden. Wie die Financial Times Deutschland meldet, begründet der Herr Müller sein Ansinnen so:

Er begründet den Vorstoß damit, die Bahn-Kontrolleure wollten “eine Wiederholung des entstandenen Eindrucks vermeiden”, die Affäre werde “scheibchenweise” aufgeklärt. Demnach fürchtet Müller, die für Mittwoch geplante Befragung Mehdorns könnte neue Erkenntnisse über die Ausforschung von Bahn-Mitarbeitern zutage fördern.

Wisst Ihr noch, was der gute Herr Müller vor ziemlich genau sieben Jahren gesagt hat? Na? Da helfe ich Euch doch gerne. Diesen widerlichen Satz hat er seinerzeit abgesondert:

„Unsere Arbeitslosenquote wäre um 1,5 Prozentpunkte niedriger, wenn so viele Menschen bei uns im Gefängnis säßen wie in den USA.“ (s.a. SHORTNEWS)

Aufklärung tut Not und nicht das Verzögern der Wahrheit, bis Hartmut Mehdorn sich über die Bundestagswahl “gerettet” hat! Und weil wir davon ausgehen, dass alles versucht werden wird, den wirklich wahren Verwantwortlichen in der widerwärtigen Bahnmitarbeiterbespitzelungsaffäre zu schützen, erinnere ich doch an dieser Stelle gerne noch einmal an die Möglichkeit, Hartmut Mehdorn die Kündigung zu schicken.

Kündigt Mehdorn!

Kündigt Mehdorn!

Mit nur 28 US-Dollar gegen Urängste

27 Februar 2009

Auf diese Erfindung hat die Menschheit gewartet, zumindest die eine Hälfte von ihr! Sie befreit den männlichen Sexualpartner von der Urangst, sein bestes Stück beim Oralverkehr zu verlieren, weil es ihm möglicherweise abgebissen werden kann. Schlappe 27,95 $ zzgl. Versand für eine von Zahnärzten entwickelte Biss-Sperre sind doch angesichts der neu gewonnen Sicherheit beim Sex eine lohnenswerte Ausgabe, oder?

Wie krank ist das denn???

Einmal mehr geht mein Dank an strange views!

Was Google sonst noch kann

27 Februar 2009

Der tägliche Besuch von Jörg Schiebs Blog lohnt allemal. Seine Tipps sind stets sehr, sehr brauchbar und häufig genug öffnet er uns die Augen für Selbstverständlichkeiten, die bei der Hast durch´s Internet schon mal auf der Strecke bleiben. So ist es beispielhaft mit einer Funktion von Google, die genau so simpel wie sinnvoll ist: der Google-Währungsrechner.

Um einen Betrag in eine andere Währung umzurechnen, müssen ins Google-Suchfeld nur der Betrag sowie die Quell- und Zielwährung eingegeben werden, wahlweise in der international gültigen Abkürzung oder ausgeschrieben. Wer zum Beispiel wissen will, wie viel Euro man für 200 US-Dollar bekommt, gibt ein:

200 US-Dollar in Euro

Ebenfalls möglich:

200 $ in €

Google greift auf aktuelle Währungskurse zurück und liefert das Ergebnis an erster Stelle in der Trefferliste.

Und das sieht dann so aus:

Wiki des Tages und einer für den Morgen

27 Februar 2009

Es gibt Leute, die haben sich mit nur einem Lied unsterblich gemacht. Zu diesen gehört gewiss Steve Harley, der heute seinen 58. Geburtstag feiert. Seine dramatische, orchestral untermalte Ballade “Sebastian” eroberte 1974 die Herzen und Hitparaden.

Der Mann war und ist als Mensch und Musiker nicht einfach. Außer “Sebastian” hatte er noch einen Hit, der sogar kommerziell erfolgreicher war. “Make Me Smile” wurde 1975 ein Megahit und später von Duran Duran gecovert.

Hier aber für uns zum Start des letzten Arbeitstages dieser Woche eine 7:36 Minuten lange, live gespielte Version aus dem Jahr 1984 von “Sebastian”, die weitaus besser ist als die uns allen bekannte Studioversion. Romantisch-dramatischer Rock aus den Siebzigern vom Allerfeinsten!

Der Vollständigkeit halber

25 Februar 2009

Eigentlich wollte ich ja an ihm heute vorbei schleichen. Aber der Tag will es anders. Wo ein Mahler eingesperrt wird, darf der Michel Friedman absolut nicht fehlen, schon gar nicht, wenn er heute auch noch Geburtstag feiert.

Seine insistierende Art der Gesprächsführung in seinen “Brüllshows” hat ihn für mich schon lange zur unerträglichen Gestalt gemacht. Die weiten des Internets halten aber auch dafür Trost bereit. Eine wunderbare Idee war es, die legendäre Szene des Lateinunterrichtes im “Leben des Brian” auf Michel Friedman im Gespräch mit Herta Däubler-Gmelin zu legen! Viel Spaß!

Ganz ohne Häme ein Tipp gegen Langeweile

25 Februar 2009

Und wenn Richard Williamson zusammen mit Horst Mahler in einer Zelle sitzend nicht so recht(!!!) wissen, was sie gegen die Langeweile unternehmen können, stehen ihnen die Alltäglichen Wahrheiten natürlich mit Rat und Tat zur Seite.

Bevor oder nachdem sie knasttypisch ihre Reisen zu neuen sexuellen Ufern antreten bzw. angetreten haben, empfiehlt sich doch das gute alte Kaufmannsladen-Spiel, für das bereits Didi Hallervorden so schwärmte. Ich stelle es mir gerade plastisch vor, wie Horst Mahler laut “Palim, Palim” rufend imaginär den Laden von Williamson betritt und eine Flasche Pommes Frites kaufen möchte. Williamson wird dann antworten, es habe nie Pommes Frites gegeben und wenn doch, dann nur so wenige, dass sie nie frei im Handel erhältlich waren. Der Papst wird sich daraufhin erst nach Intervention unserer Bundeskanzlerin bei den Holländern entschuldigen …

Ich weiß gar nicht, warum ich heute so happy bin …

Alle doof außer ihm

25 Februar 2009

Auf diese schlichte Formel lässt sich die bisherige Existenz des Horst Mahler reduzieren. Früher als Gründungsmitglied der RAF befand er sich am äußersten linken Rand der politischen Spektrums, später wich er der politischen Mitte aus, um gleich so weit nach rechts außen zu driften, dass nicht einmal die NPD als politische Heimat taugte. Wer sich diese politischen Wanderungen erlaubt, dem darf gewiss eine alles überragende Hybris bescheinigt werden.

Er als rechtskundiger Mensch hat es bislang nie geschafft, unsere Verfassung und unseren Staat mit wirklich demokratischen Mitteln zu verändern. Nun im Alter von immerhin 73 Jahren darf man für ihn getrost feststellen, dass Alter wahrlich nicht vor Torheit schützt. Zum wiederholten Male wurde Mahler wegen Volksverhetzung verurteilt. Dieses Mal verurteilte ihn das Landgericht München heute zu sechs Jahren Haft und ließ ihn gleich im Gerichtssaal wegen Fluchtgefahr festnehmen.

So werden wir also frühestens in vier Jahren wieder etwas von dem vorbestraften, ehemaligen Rechtsanwalt und beständigem Verfassungsfeind Mahler hören, wenn er die Rechtsstaatlichkeit der 2/3-Regelung im Strafvollzug in Anspruch nimmt. Am besten sperrt man den anderen Holocaust-Leugner, den Bischof Richard Williamson, gleich in den gleichen Knast als Beichtvater für ihn. So bliebe dann wohl wirklich alles unter sich. Den ersten Schritt dafür hat ja die Staatsanwaltschaft Regensburg schon unternommen.

Wahrscheinlich übernachtet Horst Mahler bis auf weiteres in der JVA Stadelheim, über die es diesen informativen Bericht gibt:

Des einen Leid, des anderen Freud

25 Februar 2009

Wie ich soeben aus dem “kicker” erfahre, wird Zvonimir SerdarušiÄ nun doch nicht Trainer der Rhein-Neckar Löwen. Seine Gesundheit macht ihm da einen dicken Strich durch die Rechnung. Mir als bekennendem THW-Fan, der weiß, wie wichtig “Noka” für Kiel war, tut dies einerseits sehr leid. Ich wünsche Noka alles Gute und baldige Genesung!

Andererseits bleibt Kiel damit wahrscheinlich Nikola Karabatic ein wenig länger erhalten. Oder doch nicht?

Einer für den Tag

25 Februar 2009

Raul Midón hat hier bei uns im Norden bei Jazz Baltica 2006 kräftig abgeräumt. Hierzulande war er bis dahin weitestgehend unbekannt. Viel geändert hat sich bedauerlicherweise daran bis heute nichts, obwohl der geniale Musiker viel, viel mehr an Aufmerksamkeit verdient.

Er vermischt die Elemente des Singer-Song-Writings in perfekter Weise mit dem Jazz und verfügt über eine exzellente Gitarrentechnik. Seine Texte sind tiefgängig und ergänzen die Musik harmonisch. Alles in allem also ein Paket, das wir heutzutage nur noch selten so präsentiert bekommen.

In dem Song “If You Are Gonna Leave” beschäftigt sich Raul Midón mit der Wirkung unbedachter Worte und spielt dazu gewohnt faszinierend Gitarre:

Die Faust Gottes?

25 Februar 2009

In der Bergpredigt heißt es:

„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.
Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand,
sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.“

Mit der Bergpredigt jedoch hat der Holocaust-Leugner Richard Williamson nicht viel im Sinn, wenn man sich dieses Foto von ihm bei seiner nicht ganz freiwilligen Ausreise aus Argentinien anschaut. Er droht einem Fernsehreporter mit der Faust, wie man auch in dem YouTube-Video sehen kann.

Nun gut. Der Reporter ist tatsächlich ein wenig penetrant gewesen. Aber deswegen gleich mit der Faust zu drohen, offenbart überraschenderweise eine viel größere gedankliche Zuneigung Williamsons für das jüdische Volk, als wir ihm bislang zutrauten. Der Grundsatz “Auge für Auge” ist Teil eines Rechtssatzes aus dem Sefer ha-Berit (hebr. Bundesbuch) in der Tora für das Volk Israel (Ex 21,23–25 EU).

Wird Williamson jetzt ein Gotteskrieger? Wie lange wird er brauchen, bis er “die Tatsachen” ausreichend untersucht hat, um zu akzeptieren, was passiert ist? Wie lange wird der Papst abwarten, bis er Williamson doch exkommuniziert?  Wird sich Williamson bei Jürgen Rieger Rat holen und die Faust durch ein Sturmgewehr ersetzen?

Wiki des Tages oder “Mephisto ist kein Sachse”

25 Februar 2009

Einer der größten deutschen Mimen hatte es anfangs sehr schwer, weil er Sachse war. Als er dem Intendanten und bekannten Schauspieler Erich Ponto den Mephisto aus Goethes “Faust” rezitierte, bekam Gert Fröbe zu hören:

“Hörn’se auf, Hörn’se auf, Mephisto ist kein Sachse!”

Mit diesem Dialekt “gestraft” schaffte es der heute vor 96 Jahren geborene Fröbe dennoch, eine Weltkarriere hinzulegen. Ich lernte ihn erst so richtig schätzen, als er Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner u.a. rezitierte. Ich erinnere mich an einen vom ZDF übertragenen Auftritt Fröbes, bei dem er gestenreich und humorvoll mit all seiner körperlichen Präsenz dem Publikum Verse, Moritaten und Kurzgeschichten vortrug. Damals hörte ich zum ersten Mal Gotthold Ephraim Lessings “Grabinschrift auf einen Gehenkten“:

Hier ruht er, wenn der Wind nicht weht!

Viel mehr hat sich jedoch wohl den meisten von uns Gert Fröbe mit seiner Rolle als Kindermörder Schrott in Friedrich Dürrenmatts “Es geschah am hellichten Tag” ins Gedächtnis eingebrannt. Mit dieser Rolle gelang Fröbe der weltweite Durchbruch. Als “Catcher” in dem Film “Der Pauker” überzeugte er mich trotzdem mehr als als “Goldfinger ” bei James Bond. Sein Unverhältnis zur deutschen Sprache brachte er seinerzeit mit dem Satz “Ich beherrsche die deutsche Sprache, aber sie gehorcht nicht immer.” auf den Punkt. Weil´s davon jedoch leider keine Ausschnitte bei YouTube gibt, hier also die Schlussszene aus “Es geschah am hellichten Tag”:

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