Archiv für 23. September 2008

Einer für den Abend

Die Band New Model Army hatte einen genau so tollen wie eigenartigen Hit mit dem Song “Vagabonds”. Das war so Anfang der 90er Jahre. Damals habe ich das Stück sehr, sehr gerne in der “Traumfabrik” in Kiel gehört und dazu meistens auch versucht, meinen Körper rhythmisch zu bewegen – will sagen, zu tanzen. Schon immer mochte ich die elektrische Violine und das ganz besonders gern, wenn sie ein wenig verstimmt klang so wie wie bei Ed Alleyne-Johnson, dem zeitweiligen Geiger von New Model Army.

Später brachte er einige ganz wunderbare Solo-CDs heraus, auf denen er bekannte Hits der Rockmusik in seiner Weise spielte. Eines der Highlights daraus ist gewiss “Child In Time”. Weil ich jedoch zu “Hurricane” von Neil Young eben eine ganz besondere Beziehung habe, gibt´s das auf die Ohren – auch um den Tag bedächtig ausklingen zu lassen. Wieso er sich hier allerdings als Straßenmusiker verdingt, ist mir rätselhaft. Weiß eine/r von Euch mehr dazu?

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Sarrazin schlägt wieder zu!

Was muss der Mann eigentlich noch alles tun, damit ihn seine Partei aus allen Funktionen entfernt? Der Speiseplan für HARTZ IV-Empfänger, sein Credo für 5-Euro-Jobs oder sein epochaler Vorschlag, dass die Armen den Preissteigerungen bei den Heizkosten durch Wollpullover begegnen könnten, waren noch nichts gegen das, was er sich jetzt geleistet hat. Ich empfinde zur Zeit nur noch Wut und Abscheu für den Mann, über den der SPD-Bundestagsfraktionsvize  Ulrich Kelber folgendes gesagt hat:

“Wenn Sarrazins Größe von seiner Sensibilität abhängig wäre, könnte er unter dem Teppich Fallschirm springen.”

Für nur sage und schreibe nur 2563,- Euro im Monat darf der Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee e.V. das immerhin 56,8 Hektar große Areal weiterhin nutzen und das 99 Jahre lang. Dafür muss er nur die Summe von etwas mehr als drei Millionen Euro im voraus bezahlen. Daraus ergibt sich eben folgende Formel:

3.045.000,- Euro : 99 Jahre : 12 Monate = 2563,- Euro

Für diesen Spottpreis dürfen sich nun die Mitglieder eines der ältesten und renommiertesten und größten Golfclubs Deutschlands auf der 27-Loch-Anlage tummeln. Dass ist etwa das Geld, das sich sieben HARTZ IV-Empfänger teilen könnten. Die 25 Mitarbeiter des Golfclubs verfügen sicherlich über ein etwas üppigeres Salär.

Die SPD-Fraktion im Berliner Parlament hat allerdings von den abseits des Parlaments regelmäßig wieder kehrenden Eskapaden des Herrn Sarrazin genug, wie der TAGESSPIEGEL weiß. Die Genossen stört jedoch offensichtlich nur Sarrazins Hang, das Parlament zu ignorieren. Das obige Rechenbeispiel hat außer mir wohl noch niemand gemacht …

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Da will ich sowieso nicht hin

Dass ich es mit Amiland, zumindest so lange George W. Bush dort den Präsidentendarsteller gibt, nicht so habe, wissen die Stammleser der Alltäglichen Wahrheiten. Die doch eher schlichte Wahrnehmung der übrigen Welt durch den Durchschnittsami und sein dabei regelmäßig zu beoabachtendes kulturelles Defizit steigern die Attraktivität dieses Landes für einen möglichen Urlaub in etwa so wie verweigerte TÜV-Gütesiegel dies bei einem Freizeitpark täten. Dazu kommt ein geradezu infantiler Patriotismus, der kaum erträglich ist.

Dafür steht beispielhaft diese “Erfindung”, die es ermöglicht, per USB die fehlende Brise zum strammen Wehen vom “Star Spangled Banner” in die eigenen vier Wände zu holen und das auch noch illuminiert. Herzlichen Glückwunsch, Amerika!


USA -USB from fi5e on Vimeo.

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Zweischneidig

Dass ich jetzt endlich komfortabel und bequem meine Briefmarken zu Hause ausdrucken kann, verdanke ich dem Angebot der Deutschen Post, dass ich unter www.internetbriefmarke abrufen kann. Dabei kann ich unter zwölf Motiven aussuchen und mittels Lastschrift, PayPal oder Giropay bezahlen. Lediglich den Acrobat Reader brauche ich dafür als Software auf meinem Rechner. So weit so gut.

Die Gefahr, die ich genau so wie Jörg Schieb vom WDR sehe, ist die, dass es künftig dadurch noch weniger Postfilialen geben könnte, weil deren Leistungen zunehmend online abrufbar sind. Neben dem Jobabbau stör mich an dieser Vison, dass Ältere und sozial Benachteiligte es sehr viel schwerer haben werden, Post zu verschicken.

Wie immer wohnt also dem Guten das Schlechte bereits inne …

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Wiki des Tages und einer für den Morgen

Ray Charles wäre heute 78 Jahre alt geworden. Er starb vor vier Jahren an den Folgen einer Lebererkrankung. Er wurde zeitlebens mit Auszeichnungen und Ehrungen überhäuft, weil er durch die Verknüpfung Rhythm and Blues und Gospel zu einem der wichtigsten Wegbereiter und Musiker des Soul wurde.

Stücke wie “What I´d Say” oder “Georgia On My Mind” verhalfen ihm zu einem enormen kommerziellen Erfolg. Wie viele Musiker entfloh er dem enormen Druck des Showbusiness durch Drogen. Zweimal musste er sich einem Heroinentzug unterziehen, was ihm beim letzten Mal auch erfolgreich gelang.

Unvergessen ist für mich sein Auftritt als Musikinstrumentehändler im Film “Blues Brothers”, in dem er als Blinder zielsicher mit einer Schrotflinte einen Dieb verscheuchte. Mein Lieblingsstück von ihm ist und bleibt das ewig junge “Hit The Road Jack”, das Euch und mir in die Beine gehen soll:

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Ein wunderbarer Abend

Wie gestern hier schon vorfreudig angekündigt war ich gestern auf dem Jackie Leven-Konzert hier in Kiel. Jackie kredenzte wie immer ein Potpourri aus tollen Stories und Liedern, das die Zeit wie im Fluge vergehen ließ. Der von mir gestern schon hochgelobte Keyboarder Michael Cosgrave übertraf sich selbst und überraschte uns mit Instrumenten, die wir so noch nie in einem Konzert gesehen haben. Und wie immer gab es am Rande des Konzerts wieder CDs, die im Handel nicht erhältlich sind. Alles also wie immer und wie immer eben auch vom Feinsten.

Wir erfuhren, dass im Himmel nur Schotten wohnen und es deswegen eben auch “Jesus MacChrist” heißen müsste. Außerdem bot Jackie uns für den Spottpreis für 50 englische Pfund ein Stück gebrauchte Seife von Amy Winehouse an, die sie im Studio, das auch Jackie nutzt, zurück gelassen hat. Mit der Versteigerung eines Seifenstücks von Elton John hat Jackie im letzten Jahr bei ebay einen tollen Profit gemacht. Und wenn man sich als Zwölfjähriger in eine 15jährige verliebt, nutzt es auch nichts, wenn man sich todesmutig mit einem großen, bösen Hund anlegt. Ein Saufabend mit dem Schauspieler Sir Laurence Olivier kurz vor dessen Tod führte zu den abstrusen Textpassagen in dem Stück “Oliviers Blues”.

Er beendete den Abend wie immer ohne Zugabe. Dafür versprach er, im nächsten Jahr wieder nach Kiel zu kommen. Ich werde Euch also in etwa einem Jahr wieder mit meinem Lieblingsmusiker nerven …

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