Archiv für die ‘kabarett’ Kategorie

Highlight der Woche

27 Februar 2010

Mein Highlight dieser Woche ist ohne Frage der geniale Auftritt von Volker Pispers in “Neues aus der Anstalt”. Warum soll man doch noch bloggen?

Statt einer Minarettumfrage

6 Dezember 2009

Auf irgendeiner offiziellen Piratenseite, die mir zu nennen zu peinlich ist, findet eine ziemlich flache Umfrage nach dem Für und Wider von Minaretten statt.

Auf dieses Niveau begeben wir uns nicht. Fragen uns aber, wo solche Gedanken möglicherweise her kommen. Volker Pispers hat darauf am Ende seiner Nummer eine Antwort:

Etwas über Bildung und Integration

5 Dezember 2009

Danke, dass es Twitter und den Twitterer order_by_rand gibt. Sein Tweet wies mich auf diesen tollen Auftritt meines Lieblingskabarettisten Georg Schramm hin:

Wer hat wirklich was von Schwarz-Gelb?

12 November 2009

Nun gut, viel Fantasie brauchte es wahrlich nicht, um bereits vor dem 27. September 2009 zu wissen, wer wohl von Schwarz-Gelb am meisten profitieren würde. Wenn Georg Schramm in die Rolle des Rentners Dombrowski schlüpft und gar Merkwürdiges zur Einleitung seines Vortrages findet, dann allerdings erwartet uns wie immer bei ihm Scharfsinniges.

Die vier in dem Auftritt Schramms genannten Steuerfahnder hatten eine große deutsche Bank im Visier und gingen gegen sie vor. Wer so etwas tut, der ist “notorisch querulatorisch” und muss aus dem Verkehr gezogen werden. Diese Methode kannte ich bisher nur aus dem Stalinismus. Wer bei Stalin nicht erschossen wurde, der wurde für verrückt erklärt und in Nervenheilanstalten eingewiesen. Heute geschieht so etwas in Hessen. Die betroffenen Steuerfahnder wurden übrigens bis heute nicht rehabilitiert. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich hier schlau machen oder sich den Beitrag von REPORT Mainz anschauen:

Wie hieß es doch in den Wahlslogans der FDP? “Leistung soll sich wieder lohnen!” Für wen gilt das nun?

Deswegen den IE 8 benutzen?

2 Juli 2009

Dass wir Internetnutzer sowieso nur Pornos und Schweinkram im Sinn haben, wissen wir spätestens seitdem aus “Mutterkreuz-Uschi” die allseits beliebte “Zensursula” wurde. Wer das jedoch immer noch nicht geschnallt hat, dem hilft dieses Werbevideo für den IE 8 weiter:

Und wer Volker Pispers Rat zur Weltlage noch nicht gehört hat, kann dies hier tun. Bis September gönnt er sich eine Auszeit.

Systematische Verblödung für unkritischen Konsum

6 Juni 2009

Dass in keinem anderen Land Europas die soziale Herkunft über die Bildungsschancen so sehr bestimmend ist wie in Deutschland, hat Methode. Das jedenfalls glaubt der von begnadeten Kabarettisten Georg Schramm verkörperte Rentner Lothar Dombrowski, der dazu feststellt:

“In einem Land, in dem die Armut exlodiert, züchten wir einen soliden Stamm von Idioten heran.Der Pöbel soll doch nicht nachdenken, zögern und vergleichen. Er soll den erstbesten Dreck kaufen, der ihm in der Werbepause angeboten wird!”

Im WOMBLOG gibt es eine wunderbare Hommage an Georg Schramm nachzulesen, die auch bei DUCKHOME veröffentlicht worden ist

Achja, das Privatfernsehen wurde von der christlich-liberalen Regierung Anfang der 80er eingeführt, weil man so die “kulturelle Vielfalt” fördern wollte. Aha. Die seitdem zunehmende Volksverblödung scheint tatsächlich gewollt zu sein, wie dieser Auftritt von Georg Schramm zeigt:

Wiki des Tages

29 Mai 2009

Heute vor 15 Jahren starb Erich Honecker in Santiago de Chile an Lungenkrebs.

Ich mache ihn zum heutigen Wiki des Tages, weil ich damit daran erinnern will, dass er der letzte Botschaftsflüchtling der DDR war. Die Vergangenheitsverklärer, die immer noch behaupten, in der DDR wäre ja nicht alles schlecht gewesen, rufe ich damit jetzt gewiss auf den Plan.

Allerdings biete ich diesen Leuten den Link zur neuen Website “Chronik der Mauer” an.

Zudem offeriere ich diesen Nostalgikern Erich Honeckers Gedanken zur Bankenkrise:

Einer für den Abend

27 Mai 2009

Rainald Grebe war hier schon seit langem nicht mehr zu Gast, um uns zu unterhalten. Nun gut, dass ändern wir eben. Heute macht er uns mit seinem Liebeslied für eine Verflossene namens “Dörte”, die der Ausweg aus der Spaßgesellschaft ist, eine Freude:

Haben wir ihn denn verdient?

18 Mai 2009

Ich kann mich nicht erinnern, wann wir jemals so schwache Kandidaten für das höchste Staatsamt hatten. Starke Bundespräsidenten wie Gustav Heinemann oder meinetwegen sogar (mit kleinen Abstrichen) Roman Herzog sind weit und breit nicht in Sicht. Da nehmen wir also das, was der Markt her gibt. Und der neue wird der alte Präsident sein. Provinzielles Gutmenscheln gepaart rhetorischer Nichtbegabung ergänzt um eine reine Weste, die allein schon heute ausreicht, um sich selbst als moralische Instanz zu verstehen und auch als solche medial verkauft zu werden.

Das also reicht heute aus. Aber in Zeiten, in denen eine Ostdeutsche als Bundeskanzlerin deutsche Banken verstaatlicht, wundern wir uns über gar nix mehr, oder? (Wer mir sowas vor 20 Jahren als Gegenwartsbeschreibung aus dem Jahr 2009 verkauft hätte, den ich hätte ich nachdenklich gefragt, worüber er denn sonst noch gerne mit mir gesprochen hätte …)

Wenn es nicht so nah an der Wirklichkeit wäre, könnte man ja sogar über die Horst Köhler-Parodie von Matthias Richling lachen …

Wiki des Tages für einen, den wir unbedingt brauchen

7 Mai 2009

Gerhard Polt feiert heute seinen 67. Geburtstag. Dass ich ein absoluter Fan seiner hohen Kabarettkunst bin, mögt Ihr daran erkennen, dass er hier in den Alltäglichen Wahrheiten so oft zu Gast war wie kein anderer. Wie beschreibt es Wikipedia so treffend?

In seinen Rollen spielt Polt oft den engstirnigen und unreflektierenden Normalbürger, der mit Selbstverständlichkeit seine Meinung kund tut.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass seine große Stärke das Darstellen der Lächerlichkeit des scheinbar Erhabenen sei. Das und seine gnadenlose, bitterböse Parodie des gefährlichen, deutschen Spießertums liebe ich so an ihm. Eines, wenn nicht sogar das Glanzstück seines Könnens ist “Die Garage”.

Wiki des Tages

18 April 2009

„Klassische Musik ist zwar sehr schön, aber an und für sich nicht witzig”, sagt der holländische Musikkabarettist Hans Liberg, der heute 55 Jahre alt wird. Der begnadete Musiker, dem es auf geniale Weise immer wieder gelingt, Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen in der klassischen und modernen Musik durch gekonnte, selbst gestaltete Übergänge augenzwinkernd zu dokumentieren, setzt bei seinem Publikum ein gewisses musikalisches Grundwissen voraus.

Dabei hält er unserer Kultur- und Bildungselite gelegentlich auch gnadenlos den Spiegel vor. Perfide schafft er es, sein Publikum zum Mitklatschen zu animieren, selbst bei Beethoven und Schubert. Damit erhebt er die Klassik auf das Niveau des Musikantenstadl. Herrlich! Hier für uns ein Ausschnitt aus seinem Programm “Die Neunte”:



Die Einschläge kommen näher

28 Februar 2009

Diese simple Wahrheit betrifft jeden von uns. Wenn Euch allerdings Eure Freunde mit einer solchen Geburtstagstorte erfreuen, ist es an der Zeit ein wenig über sich nachzudenken, oder?

Aber möglicherweise seid Ihr ja namensbedingt ohnehin nicht daran interessiert, allzu lange auf dieser Erde zu verweilen. Wer im englischsprachigen Raum mit einem Namen wie diesen gestraft ist, gibt sich solchen Überlegungen schon mal hin: Justin Case, Barb Dwyer, Stan Still, Terry Bull, Paige Turner, Mary Christmas, Anna Sasin, Doug Hole, Hazel Nutt, Rose Bush, Anna Prentice, Annette Curtain, Bill Board, Pearl Button, Jo King, Barry Cade, Carrie Oakey, Priti Manek, Tim Burr, Jenny Taylor (think about it) and Ivy Plant.

Danke für beides, die Torte und die Namensauswahl, an den NEW ZEALAND HERALD!

Ganz andere, nicht weniger nachvollziehbare Gründe, “der Welt das größte Kompliment zu machen und sich umzubringen” (Jean Paul Sartre), hat der vom Kabarettisten Georg Schramm dargestellte Renter Dombrowski in der Schlußnummer des Programms “Thomas Bernahard hätte geschossen”, das ich mir in genau einem Monat hier in Kiel im Schloß anschauen darf:

Thomas Bernhard hätte hier das Dauerfeuer eröffnet

13 Februar 2009

Georg Schramm hat seinem Kabarettprogramm bekanntlich den Titel “Thomas Bernhard hätte geschossen” gegeben. Würde Thomas Bernhard heute noch leben, dann hätte er spätestens nach Entdeckung dieses Gerätes, das einem Dackel die Zeit vertreiben hilft, das Dauerfeuer auf unsere Welt eröffnet, oder?

Vielen Dank an strange views!

“Werft mich ins Meer, dann wird es sich beruhigen”

6 Februar 2009

So “entschuldigt” sich der Holocaust-Leugner, dessen Exkommunikation Papst Benedikt aufgehoben hat, wie wir bei NGZ-online erfahren können. Weiß jemand, ob Richard Williamson schwimmen kann?

Ein Politiker mit dem Krisenmangement des Papstes würde garantiert zurücktreten oder zurückgetreten werden. Papst Benedikt könnte das auch rein theoretisch und hat das, wie bei der TAGESSCHAU nachzulesen ist, wohl auch schon vorbereitet. Für das, was allenthalben als Skandal diskutiert wird, soll ja, wie wir jetzt erfahren, nur einem Informationsdefizit innerhalb des Vatikans geschuldet sein. Na, da haben die im Vatikan aber wirklich eine lange Leitung, denn der Übelmann Williamson sagte schon 1989, also vor 20 Jahren, denselben widerlichen Unfug, wie Ihr bei Wikpedia sehen könnt:

Bereits im April 1989 leugnete Williamson während einer Messe im kanadischen Sherbrooke die Vergasung von Juden im Vernichtungslager Auschwitz und behauptete, der Holocaust sei eine Erfindung der Juden:

„Dort wurden keine Juden in den Gaskammern getötet! Das waren alles Lügen, Lügen, Lügen! Die Juden erfanden den Holocaust, damit wir demütig auf Knien ihren neuen Staat Israel genehmigen. […] Die Juden erfanden den Holocaust, Protestanten bekommen ihre Befehle vom Teufel, und der Vatikan hat seine Seele an den Liberalismus verkauft.[11]

Ein Kirchgänger erstattete daraufhin Strafanzeige; zur Eröffnung eines Strafverfahrens kam es jedoch nicht, da sich Williamson nach dem Vorfall längere Zeit von der kanadischen Provinz Québec fern hielt. Nach einem Bericht in der Toronto Star wurde der Erzbischof von Halifax James Hayes mit Williamsons Äußerungen konfrontiert, ohne jedoch zu reagieren.[11]

Den Sinn für die Realitäten völlig verloren hat in diesem Zusammenhang allerdings “Kathpedia” (sowas gibt´s wirklich!!!), die “freie katholische Enzyklopädie”. Was dort geschrieben wird, treibt dem Fass den Boden gänzlich aus:

Kommunikationskrise 2009

So gen. “Managementfehler” des Vatikans allein reichen als Ursache für die schwere, konzertierte Medienschelte nicht aus, die den Papst Anfang 2009 heimsuchte. Angesichts der Weltfinanzkrise geht möglicherweise auch die Angst um, der Einfluss des Katholizismus auf die geistige Großwetterlage im deutschsprachigen (z.T. auch im europäisch-französischen) Raum könne zu stark werden.

Da ist dann eine ‘deutschnational’ orchestrierte Vorwärtsverteidigung (wie 1910 gegen die Borromäus-Enzyklika) wohl das Mittel der “Gefahrenabwehr”; von weit rechts bis weit links. Einen Höhepunkt erreichte der Konflikt, der sich an der päpstlichen Milde gegenüber der Piusbruderschaft entzündete, als am 3. Febr. 2009 die deutsche Bundeskanzlerin noch deutlichere Signale des Papstes forderte, möglicherweise in Unkenntnis der zahlreichen Äußerungen des Papstes zur “Ersten Allianz” (d.h. zum Alten Testament mit Bezug auf das Christentum).

“Deutschorchestrale Vorwärtsverteidigung”?  “Milde gegen die Pius-Bruderschaft”?  Der Begriff “Holocaust-Leugner” kommt da überhaupt nicht vor. Und das Zusammenfassen des unglaublichen Vorgangs unter der Überschrift “Kommunikationskrise” ist eine dem Erhalt des eigenen Unfehlbarkeitsanspruches geschuldete, nicht tolerierbare Verniedlichung.

Hagen Rether hat sich knapp acht Minuten Zeit genommen für “das Opfer der Kommunikationskrise”:

Einer für den Morgen

20 Januar 2009

Für das Kabarettprojekt, an dem ich zusammen mit Bernd Soffner und anderen arbeite, habe ich eine deutsche Übersetzung für das Stück “Sixteen Tons” geschrieben. Die soll eine Figur unseres Stückes, ein Maurer, der erhebliche Schwierigkeiten mit der Globalisierung hat, singen unterstützt vom ganzen Ensemble. Weil Osteuropäer seinen Job viel billiger erledigen, sieht sich der Maurer gezwungen, nach Dänemark auszuwandern, wo man ihm als fast Fünfzigjährigem anders als hier noch eine Chance gibt. Die dreißig Jahre in seiner Firma landen auf dem Müll seiner Arbeitsbiographie, was er dann so kommentiert:

Du machst Dich krumm und fragst Dich wofür

Nach dreißig Jahren zeigt der Chef Dir die Tür

Dreißig Jahre hat der Firma gehört

was heut´ nur noch als zu teuer stört.

Und seinem Frust macht er dann zum Ende des Liedes so Luft, dass einem Angst und Bange werden kann/soll:

Komm´ mir nicht näher, weil sonst mach´ ich Dich platt

Ich hab´ so viel Wut, dafür töte ich glatt

Die Linke aus Mörtel, die Rechte aus Stein

Eine von beiden wird die richtige sein.

Eric Burdon, der Mann, der sogar das Telefonbuch von San Francisco  spannend vortragen könnte, hat das wohl bekannteste Lied der amerikanischen Arbeiterbewegung bereits 1990 wunderbar gesungen, wie die folgenden knapp vier Minuten zeigen:

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